Feder | Pinsel | Geist

Mister Universum

Im beschaulichen Dießen St. Georgen wohnt ein europaweit bekannter Astrologe.
Die Kunst der Sternendeutung ist für ihn angewandte Erfahrungswissenschaft,
die auf einer jahrtausendealten Tradition beruht. Gleich ob es um die Auflösung individueller, seelischer Blockaden oder um die großen Weltzusammenhänge geht, Astrologie ist immer aufschlussreich.

Die Mesopotamier haben es gemacht und die Babylonier. Die alten Ägypter und die Griechen sowieso: Sterne beobachten und deuten. Thomas von Aquin hat sich so seine Gedanken über die gestirnten Himmel gemacht, genauso wie der gute alte Goethe. Aber auch Albert Einstein und Carl Gustav Jung haben die Zusammenhänge zwischen astronomischen Ereignissen und irdischen Vorgängen keineswegs unterschätzt. Und um mit Immanuel Kant eine letzte Geistesgröße zu zitieren: Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer neuer und zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht, je öfter und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt: der bestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir.

Wer sich ebenfalls intensiv mit astrologischen Analysen und Deutungen befasst hat, ist Michael Allgeier aus Dießen St. Georgen. Als Gast in Fernseh-Talkshows, als Herausgeber einer in der Szene renommierten Zeitschrift, als Autor vieler Fachbücher, als Verlagsleiter, als Gründer eines Fernstudien-Lehrgangs und nicht zuletzt als Horoskop-Berater hat er sich über Deutschlands Grenzen hinaus einen Namen gemacht.

Obwohl familiär vorgeprägt – sein Vater Kurt Allgeier ist ein bekannter Wissenschaftsjournalist und Astrologie-Experte – fing alles zunächst ganz anders an. Der junge Michael (geboren 1958 in Karlsruhe) schmiss kurz vor dem Abi alles hin und wollte „auf die Holzschnitzerschule“. Naja, sagten die Eltern, du hast noch nie gezeichnet oder gemalt, du musst dich mit einer Mappe bewerben, lern das doch erst mal.

Also besuchte Michael in München-Schwabing eine Zeichenschule. Nach einem halben Jahr sagte sein Lehrer, vergiss das mit dem Holzschnitzen, du musst auf die Kunstakademie. Dort nahmen sie ihn tatsächlich „aufgrund seiner außergewöhnlichen Begabung“ sofort auf und er lernte Künstler wie Michael Ende, Josef Beuys und Daniel Spoerri kennen und schätzen.

Zu ungefähr derselben Zeit begann sein Vater die Werke des Nostradamus aus dem Altfranzösischen ins Deutsche zu übersetzen, und Sohn Michael textete zur Finanzierung seines Studiums Horoskope für die Neue Revue. Alles Humbug natürlich, reine Unterhaltung, geschrieben von Journalisten, das habe mit Astrologie nichts aber auch gar nichts zu tun. Er bat seinen Vater: Nenn mir einen echten Astrologen, ich möchte schauen, ob und was da dran ist. So lernte er Reinhard Maria Kunert kennen, einen klassischen Astrologen der alten Schule, der bei der ersten Begegnung betonte: Der Mondknoten hat mir gesagt, dass du heute kommst und dass du mein Meisterschüler wirst. Und so geschah es auch.

„Zum Schrecken seiner Eltern“ brach er das Kunststudium ab und widmete sich fortan ausschließlich der Astrologie. Es folgten: 1995 die Gründung des Astro-Kollegs mit einer 36-stufigen Fernausbildung sowie einer monatlich erscheinenden Fachzeitschrift und im Jahr 2000 der eigene Verlag. Das gesamte Unternehmen führt Michael Allgeier mittlerweile mit seiner zweiten Frau Siri Allgeier, die als Astrologin und Heilpraktikerin auf astrologische Familienaufstellungen spezialisiert ist.

Was nun dran ist, an dieser „ältesten Kulturwissenschaft“, das möge jeder selbst für sich erkunden und entscheiden. Michael Allgeier sagt dazu:

Astrologie ist keine Wahrsagekunst. Aber wir sehen zukünftige Themen, Risiken und Chancen. Wir erkennen tiefenpsychologische Hintergründe und individuelle Persönlichkeitsanteile. Jeder Mensch hat eine einzigartige Prägung, die in seinem Geburtshoroskop geschrieben steht. Und dennoch glauben wir an den freien Willen, sich durch Bewusstsein und Einsicht gegen oder für bestimmte Dinge zu entscheiden. Wer erkennt, was ihn ausmacht, kann sich auch bewusst dazu verhalten.

Text: Silke-Katinka Feltes
Foto: Bertl-Magazin

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Im beschaulichen Dießen St. Georgen wohnt ein europaweit bekannter Astrologe.
Die Kunst der Sternendeutung ist für ihn angewandte Erfahrungswissenschaft,
die auf einer jahrtausendealten Tradition beruht. Gleich ob es um die Auflösung individueller, seelischer Blockaden oder um die großen Weltzusammenhänge geht, Astrologie ist immer aufschlussreich.

Die Mesopotamier haben es gemacht und die Babylonier. Die alten Ägypter und die Griechen sowieso: Sterne beobachten und deuten. Thomas von Aquin hat sich so seine Gedanken über die gestirnten Himmel gemacht, genauso wie der gute alte Goethe. Aber auch Albert Einstein und Carl Gustav Jung haben die Zusammenhänge zwischen astronomischen Ereignissen und irdischen Vorgängen keineswegs unterschätzt. Und um mit Immanuel Kant eine letzte Geistesgröße zu zitieren: Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer neuer und zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht, je öfter und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt: der bestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir.

Wer sich ebenfalls intensiv mit astrologischen Analysen und Deutungen befasst hat, ist Michael Allgeier aus Dießen St. Georgen. Als Gast in Fernseh-Talkshows, als Herausgeber einer in der Szene renommierten Zeitschrift, als Autor vieler Fachbücher, als Verlagsleiter, als Gründer eines Fernstudien-Lehrgangs und nicht zuletzt als Horoskop-Berater hat er sich über Deutschlands Grenzen hinaus einen Namen gemacht.

Obwohl familiär vorgeprägt – sein Vater Kurt Allgeier ist ein bekannter Wissenschaftsjournalist und Astrologie-Experte – fing alles zunächst ganz anders an. Der junge Michael (geboren 1958 in Karlsruhe) schmiss kurz vor dem Abi alles hin und wollte „auf die Holzschnitzerschule“. Naja, sagten die Eltern, du hast noch nie gezeichnet oder gemalt, du musst dich mit einer Mappe bewerben, lern das doch erst mal.

Also besuchte Michael in München-Schwabing eine Zeichenschule. Nach einem halben Jahr sagte sein Lehrer, vergiss das mit dem Holzschnitzen, du musst auf die Kunstakademie. Dort nahmen sie ihn tatsächlich „aufgrund seiner außergewöhnlichen Begabung“ sofort auf und er lernte Künstler wie Michael Ende, Josef Beuys und Daniel Spoerri kennen und schätzen.

Zu ungefähr derselben Zeit begann sein Vater die Werke des Nostradamus aus dem Altfranzösischen ins Deutsche zu übersetzen, und Sohn Michael textete zur Finanzierung seines Studiums Horoskope für die Neue Revue. Alles Humbug natürlich, reine Unterhaltung, geschrieben von Journalisten, das habe mit Astrologie nichts aber auch gar nichts zu tun. Er bat seinen Vater: Nenn mir einen echten Astrologen, ich möchte schauen, ob und was da dran ist. So lernte er Reinhard Maria Kunert kennen, einen klassischen Astrologen der alten Schule, der bei der ersten Begegnung betonte: Der Mondknoten hat mir gesagt, dass du heute kommst und dass du mein Meisterschüler wirst. Und so geschah es auch.

„Zum Schrecken seiner Eltern“ brach er das Kunststudium ab und widmete sich fortan ausschließlich der Astrologie. Es folgten: 1995 die Gründung des Astro-Kollegs mit einer 36-stufigen Fernausbildung sowie einer monatlich erscheinenden Fachzeitschrift und im Jahr 2000 der eigene Verlag. Das gesamte Unternehmen führt Michael Allgeier mittlerweile mit seiner zweiten Frau Siri Allgeier, die als Astrologin und Heilpraktikerin auf astrologische Familienaufstellungen spezialisiert ist.

Was nun dran ist, an dieser „ältesten Kulturwissenschaft“, das möge jeder selbst für sich erkunden und entscheiden. Michael Allgeier sagt dazu:

Astrologie ist keine Wahrsagekunst. Aber wir sehen zukünftige Themen, Risiken und Chancen. Wir erkennen tiefenpsychologische Hintergründe und individuelle Persönlichkeitsanteile. Jeder Mensch hat eine einzigartige Prägung, die in seinem Geburtshoroskop geschrieben steht. Und dennoch glauben wir an den freien Willen, sich durch Bewusstsein und Einsicht gegen oder für bestimmte Dinge zu entscheiden. Wer erkennt, was ihn ausmacht, kann sich auch bewusst dazu verhalten.

Text: Silke-Katinka Feltes
Foto: Bertl-Magazin

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