Schondorf

Früher war alles anders. Schondorf hatte ein Lichtspieltheater, einen Kolonialwarenladen, ein Telegraphenamt – Orte, die längst verschwunden sind. Der Schondorfer Kreis (der lokale Verein für Kultur- und Landschaftspflege am Ammersee) will diese verlorenen Welten mit einem ungewöhnlichen Büchlein bewahren: „Schondorf Erinnerungen“ lädt dazu ein, die Vergangenheit mit eigenen Geschichten zum Leben zu erwecken.
Der umtriebige Schondorf-Blogger Leopold Ploner ist Ideengeber, er hat das Projekt gemeinsam mit der Grafikerin Diana Graham umgesetzt. Zusammen haben sie zwölf vergessene Orte dokumentiert – Läden, Gasthöfe und Einrichtungen, die es nicht mehr gibt. Die Idee ist genial: Auf einer Seite ein altes Foto mit Beschreibung, auf der nächsten, was heute dort zu finden ist – dazu viel Raum für persönliche Notizen und Erinnerungen. „Unser Buch ist ein Malbuch zum Schreiben“, sagt Leopold Ploner, „erst die persönlichen Geschichten der Leser machen es farbig und lebendig.“
Das Projekt wurde vom Bürgerbudget finanziert und ist kostenlos erhältlich im Dorfhaus, im Rathaus oder online. Der Clou: Der Schondorfer Kreis sammelt die ausgefüllten Seiten, tippt sie ab und veröffentlicht sie anonym im Netz. Auch gemeinsame Erinnerungsspaziergänge sind geplant. Ein nachahmenswertes Modell für andere Gemeinden im Landkreis: Ortsgeschichte bewahren, bevor sie verloren geht.
Infos unter www.schondorfer-kreis.de





