
Aanchal Chugh und Daniel Lengerer im TTZ Landsberg.
Unistadt Landsberg? Endlich! Seit Anfang 2023 kann man im TTZ – dem Technologietransferzentrum, einem Ableger der Technischen Hochschule Augsburg – studieren. Geforscht wird hier vor allem in den Bereichen Autonome Systeme und Data Science. Kurz gesagt: an der Mobilität der Zukunft. Wir haben zwei Student:innen gefragt, was das eigentlich bedeutet.
Das Problem der Mobilität im ländlichen Raum scheint gelöst: Ein selbstfahrender Leichtbaubus bringt Menschen energieeffizient zu jedem Ort im Landkreis. Per App gerufen, fährt er los. Und das Beste: Die Busabschnitte können sich gegenseitig aufladen. Klingt utopisch? Genau daran arbeitet Daniel Lengerer. Er ist überzeugt: Im nächsten halben Jahr könnte ein Prototyp bereits getestet werden.
Der 29-Jährige aus Gersthofen hat Elektrotechnik und Informatik in Augsburg studiert und forscht jetzt in Landsberg zum Thema automatisierte Fahrzeuge. Sein Arbeitsalltag ist so vielfältig wie seine Forschung: Im Sternradhaus am Papierbach sitzt er am Computer, im Industrial Maker Space am Penzinger Feld baut, schraubt und experimentiert er in einer riesigen Halle. Und auf dem ehemaligen Fliegerhorst Penzing testet er auf dem ADAC-Gelände autonom fahrende Fahrzeuge – echte Praxiserfahrung inklusive.
Auch Aanchal Chugh ist Forscherin am TTZ. Die 27-jährige Inderin hat in Pune Informationstechnologie studiert, ihren Master in Informatik an der TU München gemacht – und arbeitet nun in Landsberg im Bereich Data Science. Sie entwickelt ein intelligentes System, das vorhersagen kann, wohin Autos fahren. Ihre Forschung hilft der Autoindustrie, bessere Assistenzsysteme zu bauen, die Unfälle vermeiden. Für den öffentlichen Nahverkehr bedeutet das: pünktlichere Busse, intelligentere Ampelschaltungen und sicherere autonome Shuttles. Ein Plus: Das System kennt seine eigenen Grenzen und agiert vorsichtig, wenn es unsicher ist.
Zurzeit forschen 25 Studierende und wissenschaftliche Mitarbeiter:innen in Landsberg. Bislang ausschließlich Postgraduierte. Ab Herbst 2025/26 startet der Studiengang Systems Engineering für neue Student:innen – ein Schritt, der Landsberg allmählich zur Studentenstadt machen könnte. Doch ein Problem bleibt: Wohnraum. Sowohl Aanchal als auch Daniel leben in Augsburg beziehungsweise Gersthofen. Landsbergs Wohnungen sind einfach zu teuer, sagen sie.





