Feder | Pinsel | Geist

Der Spieleschreiber

Seitdem es Videospiele gibt, faszinieren sie uns. Früher war es Tetris auf dem Nintendo, heute ist es FIFA auf der Playstation. Warum finden wir „Zocken“ eigentlich so reizvoll? „Gaming ist Entspannung“, sagt Richard Löwenstein. Und der muss es wissen: Seit mehr als 30 Jahren entwickelt, testet und veröffentlicht er Videospiele und kennt die Branche wie kaum ein Zweiter im Landkreis. Werfen wir einen Blick hinter den Bildschirm.

Sein Talent steht ihm ins Gesicht geschrieben: Richard Löwenstein mit Originalcode aus einer seiner Arbeiten.

Foto: Bertl-Magazin

Im Jahr 1985 entwickelt ein 14-jähriger Junge sein erstes Computerspiel, Ummendorf ist digitales Niemandsland und 5G nur eine Ziffern-Buchstaben-Folge. Heute gehören Computer und Laptop zum Alltag, aufs Internet möchte keiner mehr verzichten müssen. Der Junge ist heute 51 Jahre alt und hat seine Leidenschaft aus Kindestagen zum Beruf gemacht: Er arbeitet bei einem Spiele-Publisher in München. Dort testet Richard Löwenstein neue Videospiele von Entwicklern aus der ganzen Welt und prüft deren Geschäftstauglichkeit. Ein Berufsbild, von dem so mancher Jugendliche träumt.

Doch Löwenstein testet nicht nur, er schreibt auch weiterhin selbst. „Spiele schreiben“ bedeutet, Videospiele von der Pike auf selbst zu entwickeln. Er macht das als Hobby. „Im Moment investiere ich täglich, meist spätnachts, zwei bis drei Stunden meiner Freizeit in mein neuestes Spiel Reshoot Proxima 3 – ein Weltraumspiel, ähnlich wie Star Wars.“

Das Spiel ist, wie die beiden Vorgänger auch, ein sogenanntes Retro-Spiel, das ausschließlich auf einem Amiga-Computer gespielt werden kann sowie auf modernen Systemen, die den Amiga nachbilden, man nennt das Emulieren.

Der Retro-Markt in der Videospielbranche ist vergleichbar mit dem Oldtimer-Markt bei Autos: Auch wenn nicht mehr alles einwandfrei funktioniere, so Löwenstein, oder die heutige Technik überlegen sei, wachse das Interesse in der Community stetig.

Reshoot Proxima 3 soll im Mai dieses Jahres fertig sein. Insgesamt drei Jahre Arbeit stecken dann in dem Spiel – von der vagen Spielidee über die Programmierung bis zur Finanzierung. Diese müsse man immer im Hinterkopf behalten, denn „Verpackung, GEMA, Druck, das kostet alles Geld.“ Natürlich gibt es im Entwicklungsprozess auch Tiefpunkte, etwa wenn sich ein Programmierfehler im Code einfach nicht finden lässt: „Dann könnte ich meinen Computer aus dem Fenster schmeißen“. Macht er aber nicht. Weil er weiß, dass es auch die schönen Momente gibt: „Die Präsentation eines neuen Spiels macht am meisten Spaß.“ Zum Beispiel auf der Gamescom, der größten deutschen Videospielmesse in Köln, wo Löwenstein seine Spiele vorstellt und mit der Community darüber fachsimpelt. Aber auch zu Hause in Ummendorf hat er einen großen Fan: „Als ich meiner 6-jährigen Tochter zum ersten Mal mein Spiel gezeigt habe, wollte sie gar nicht mehr weg und immer noch eine Runde spielen. Genau das möchte ich mit meinen Spielen auslösen, dieses ‚noch einmal bitte‘!“

Und was rät Löwenstein denjenigen, die bisher wenig Kontakt zu Videospielen hatten, diese aber gerne einmal ausprobieren möchten? „Folgt eurem privaten Interesse“, sagt er. Wer gerne kocht, kann in passenden Apps wie „Cooking Mama“ Rezepte ausprobieren oder sein eigenes Restaurant aufbauen. Und wer die Natur liebt, kann zum Beispiel im „Landwirtschaftssimulator“ sein Können unter Beweis stellen. Denn letztendlich gehe es beim Gaming um Eines: Entspannung.

„Genau das möchte ich mit meinen Spielen
auslösen, dieses ‚noch einmal bitte‘!“

Feder | Pinsel | Geist

Der Spieleschreiber

Seitdem es Videospiele gibt, faszinieren sie uns. Früher war es Tetris auf dem Nintendo, heute ist es FIFA auf der Playstation. Warum finden wir „Zocken“ eigentlich so reizvoll? „Gaming ist Entspannung“, sagt Richard Löwenstein. Und der muss es wissen: Seit mehr als 30 Jahren entwickelt, testet und veröffentlicht er Videospiele und kennt die Branche wie kaum ein Zweiter im Landkreis. Werfen wir einen Blick hinter den Bildschirm.

Sein Talent steht ihm ins Gesicht geschrieben: Richard Löwenstein mit Originalcode aus einer seiner Arbeiten.

Foto: Bertl-Magazin

Im Jahr 1985 entwickelt ein 14-jähriger Junge sein erstes Computerspiel, Ummendorf ist digitales Niemandsland und 5G nur eine Ziffern-Buchstaben-Folge. Heute gehören Computer und Laptop zum Alltag, aufs Internet möchte keiner mehr verzichten müssen. Der Junge ist heute 51 Jahre alt und hat seine Leidenschaft aus Kindestagen zum Beruf gemacht: Er arbeitet bei einem Spiele-Publisher in München. Dort testet Richard Löwenstein neue Videospiele von Entwicklern aus der ganzen Welt und prüft deren Geschäftstauglichkeit. Ein Berufsbild, von dem so mancher Jugendliche träumt.

Doch Löwenstein testet nicht nur, er schreibt auch weiterhin selbst. „Spiele schreiben“ bedeutet, Videospiele von der Pike auf selbst zu entwickeln. Er macht das als Hobby. „Im Moment investiere ich täglich, meist spätnachts, zwei bis drei Stunden meiner Freizeit in mein neuestes Spiel Reshoot Proxima 3 – ein Weltraumspiel, ähnlich wie Star Wars.“

Das Spiel ist, wie die beiden Vorgänger auch, ein sogenanntes Retro-Spiel, das ausschließlich auf einem Amiga-Computer gespielt werden kann sowie auf modernen Systemen, die den Amiga nachbilden, man nennt das Emulieren.

Der Retro-Markt in der Videospielbranche ist vergleichbar mit dem Oldtimer-Markt bei Autos: Auch wenn nicht mehr alles einwandfrei funktioniere, so Löwenstein, oder die heutige Technik überlegen sei, wachse das Interesse in der Community stetig.

Reshoot Proxima 3 soll im Mai dieses Jahres fertig sein. Insgesamt drei Jahre Arbeit stecken dann in dem Spiel – von der vagen Spielidee über die Programmierung bis zur Finanzierung. Diese müsse man immer im Hinterkopf behalten, denn „Verpackung, GEMA, Druck, das kostet alles Geld.“ Natürlich gibt es im Entwicklungsprozess auch Tiefpunkte, etwa wenn sich ein Programmierfehler im Code einfach nicht finden lässt: „Dann könnte ich meinen Computer aus dem Fenster schmeißen“. Macht er aber nicht. Weil er weiß, dass es auch die schönen Momente gibt: „Die Präsentation eines neuen Spiels macht am meisten Spaß.“ Zum Beispiel auf der Gamescom, der größten deutschen Videospielmesse in Köln, wo Löwenstein seine Spiele vorstellt und mit der Community darüber fachsimpelt. Aber auch zu Hause in Ummendorf hat er einen großen Fan: „Als ich meiner 6-jährigen Tochter zum ersten Mal mein Spiel gezeigt habe, wollte sie gar nicht mehr weg und immer noch eine Runde spielen. Genau das möchte ich mit meinen Spielen auslösen, dieses ‚noch einmal bitte‘!“

Und was rät Löwenstein denjenigen, die bisher wenig Kontakt zu Videospielen hatten, diese aber gerne einmal ausprobieren möchten? „Folgt eurem privaten Interesse“, sagt er. Wer gerne kocht, kann in passenden Apps wie „Cooking Mama“ Rezepte ausprobieren oder sein eigenes Restaurant aufbauen. Und wer die Natur liebt, kann zum Beispiel im „Landwirtschaftssimulator“ sein Können unter Beweis stellen. Denn letztendlich gehe es beim Gaming um Eines: Entspannung.

„Genau das möchte ich mit meinen Spielen
auslösen, dieses ‚noch einmal bitte‘!“

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