Stadt | Land | Fluss

Schweigen im Walde

Fünfzehn Minuten vom Hauptplatz bis zum Damwild. Von den barocken Fassaden bis zum Nebel über dem Lech. Vom Getöse der Touristen bis zum Schweigen im Auenwald. Der Lechpark „Pössinger Au“, unmittelbar südlich der Altstadt gelegen, ist Landsbergs Gegenwelt – und sein heimliches Herz.

Hier, wo sich der Lech sanft am Rande der Auenlandschaft entlang schiebt, bevor er tosend über die Wehrstufen stürzt, hat sich Landsberg ein stilles Refugium bewahrt. Kein pompöses Zoo-Konzept, keine exotischen Attraktionen. Nur das, was schon immer hierhergehörte: Damhirsche, Wildschweine und eine wundervolle Wald-, Wiesen- und Auenlandschaft. Ein Landschaftsschutz- und Natura 2000-Gebiet, das vielen selten gewordenen Tieren und Pflanzen Zuflucht bietet und den Menschen einen Ort der Kontemplation schenkt.

Im Winter offenbart der Lechpark seine eigentliche Schönheit. Wenn der Nebel vom Fluss aufsteigt und sich zwischen die kahlen Stämme legt, wenn das Rascheln der Wildschweine im Unterholz zum einzigen Geräusch wird und der Atem kleine Wölkchen in die kalte Luft malt, dann spürt man: Das ist kein Ausflugspark. Das ist eine Begegnung mit etwas Ursprünglichem. Die Frischlinge drücken sich aneinander, das Damwild steht regungslos im Dämmerlicht, als lauschte es einem uralten Lied. Füttern darf man sie nicht – und das ist gut so. Die Tiere sollen ihre natürliche Scheu bewahren, der Wald bleibt ihre Nahrungsgrundlage, nicht die gutgemeinte Brotrinde aus Menschenhand.

Der Lechpark hat keine pompöse Gründungsgeschichte zu erzählen – vielleicht ist das sein größtes Privileg. Er ist einfach da, seit Generationen, als zentrales Naherholungsgebiet für Sportler, Erholungssuchende, Familien und Senioren gleichermaßen. Ein Naturlehrpfad führt durch das Gelände, ein Kneippbecken mit Barfußweg lädt zum Innehalten ein, Brotzeitplätze zum Verweilen, Spielwiesen zum Atmen. Die Hunde gehen an der Leine – eine Höflichkeit gegenüber Mensch und Wildtier. Am Wasserspielplatz quietschen im Sommer die Kinder, im Winter glitzert das Eis.

Kaum hat man die Altstadt hinter sich gelassen, scheint hier eine andere Zeit zu herrschen. Der Lechpark kennt keine Jahreszahlen, keine Festschriften. Er ist einfach ein Stück Land am Fluss, wo jetzt im Winter der Frost die Wiesen überzieht und die Kälte einen daran erinnert, dass man lebendig ist. Wo man mit dem Fahrrad entlang der Romantischen Straße fährt und das Stadtgetöse hinter sich lässt. Man läuft los, um frische Luft zu schnappen, und kommt zurück mit ein bisschen Stille im Kopf und ein bisschen Weite in der Brust.

 Text & Foto: Bertl-Magazin 
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Schweigen im Walde

Fünfzehn Minuten vom Hauptplatz bis zum Damwild. Von den barocken Fassaden bis zum Nebel über dem Lech. Vom Getöse der Touristen bis zum Schweigen im Auenwald. Der Lechpark „Pössinger Au“, unmittelbar südlich der Altstadt gelegen, ist Landsbergs Gegenwelt – und sein heimliches Herz.

Hier, wo sich der Lech sanft am Rande der Auenlandschaft entlang schiebt, bevor er tosend über die Wehrstufen stürzt, hat sich Landsberg ein stilles Refugium bewahrt. Kein pompöses Zoo-Konzept, keine exotischen Attraktionen. Nur das, was schon immer hierhergehörte: Damhirsche, Wildschweine und eine wundervolle Wald-, Wiesen- und Auenlandschaft. Ein Landschaftsschutz- und Natura 2000-Gebiet, das vielen selten gewordenen Tieren und Pflanzen Zuflucht bietet und den Menschen einen Ort der Kontemplation schenkt.

Im Winter offenbart der Lechpark seine eigentliche Schönheit. Wenn der Nebel vom Fluss aufsteigt und sich zwischen die kahlen Stämme legt, wenn das Rascheln der Wildschweine im Unterholz zum einzigen Geräusch wird und der Atem kleine Wölkchen in die kalte Luft malt, dann spürt man: Das ist kein Ausflugspark. Das ist eine Begegnung mit etwas Ursprünglichem. Die Frischlinge drücken sich aneinander, das Damwild steht regungslos im Dämmerlicht, als lauschte es einem uralten Lied. Füttern darf man sie nicht – und das ist gut so. Die Tiere sollen ihre natürliche Scheu bewahren, der Wald bleibt ihre Nahrungsgrundlage, nicht die gutgemeinte Brotrinde aus Menschenhand.

Der Lechpark hat keine pompöse Gründungsgeschichte zu erzählen – vielleicht ist das sein größtes Privileg. Er ist einfach da, seit Generationen, als zentrales Naherholungsgebiet für Sportler, Erholungssuchende, Familien und Senioren gleichermaßen. Ein Naturlehrpfad führt durch das Gelände, ein Kneippbecken mit Barfußweg lädt zum Innehalten ein, Brotzeitplätze zum Verweilen, Spielwiesen zum Atmen. Die Hunde gehen an der Leine – eine Höflichkeit gegenüber Mensch und Wildtier. Am Wasserspielplatz quietschen im Sommer die Kinder, im Winter glitzert das Eis.

Kaum hat man die Altstadt hinter sich gelassen, scheint hier eine andere Zeit zu herrschen. Der Lechpark kennt keine Jahreszahlen, keine Festschriften. Er ist einfach ein Stück Land am Fluss, wo jetzt im Winter der Frost die Wiesen überzieht und die Kälte einen daran erinnert, dass man lebendig ist. Wo man mit dem Fahrrad entlang der Romantischen Straße fährt und das Stadtgetöse hinter sich lässt. Man läuft los, um frische Luft zu schnappen, und kommt zurück mit ein bisschen Stille im Kopf und ein bisschen Weite in der Brust.

 Text & Foto: Bertl-Magazin 

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