Stadt | Land | Fluss

Lechz – Lust auf Landsberg

Verwinkelte Gassen und Stiegen. Ein Hexenviertel und eine Teufelsküche. Ein Turm, von dem Jungfern gesprungen sind. Das schönste Stadttor Süddeutschlands und ein imposantes Lechwehr. Als wenn das nicht schon genug wäre, wurde Landsberg einst zur sonnigsten Stadt Deutschlands gekürt.

Oh, wie ist das schön hier! Staunen die unzähligen Tourist:innen. Scho schee hier! Seufzen die Einheimischen zufrieden. Die Kreisstadt Landsberg betört durch eine wundervolle, mittelalterlich geprägte Kulisse mit eindrucksvollen sakralen und profanen Bauten. Die Bau­substanz der seit 1973 unter Ensembleschutz stehenden Altstadt ist in einmaliger Weise erhalten und der Stolz nicht nur der Altstadtbewohner:innen.

Schon früh wurde der strategisch und topografisch günstig gelegene Ort besiedelt. Es gibt Hinweise aus der mittleren Bronzezeit (ab 1700 v. Chr.), der Hallstattzeit (1200 bis 750 v. Chr.) und von den Kelten (ab Mitte des 5 Jahrhunderts). Seit der Römerzeit (1. bis 5. Jahrhundert n. Chr.) verlaufen durch Landsberg wichtige Fern- und Handelsstraßen, brachten Salz und damit Reichtum sowie neue Einflüsse mit sich. Germanische Siedler, Alemannen, Bajuwaren: Der Lech verbindet in Landsberg etwa vom 8. Jahrhundert an bis heute oberbayerische mit schwäbischen Traditionen.
Die Altstadt erreichte im 15. und 16. Jahrhundert ihre endgültige Größe. In dieser Zeit entstanden auch die zahlreichen Tor- und Turmbauten der Stadtmauer, die Stadtpfarrkirche sowie zahlreiche stattliche Bürgerhäuser. Nach Pestwellen und Dreißigjährigem Krieg erholte sich die Stadt erst in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wieder und blühte unter so wirkmächtigen Kunsthandwerkern wie Dominikus Zimmermann und der Bildhauer­familie Luidl auf.

Die Rolle als bayerische Grenzstadt ging im frühen 19. Jahrhundert mit der Neubildung des bayerischen Königreichs verloren. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wuchs Landsbergs Bedeutung als regionaler Verwaltungssitz und als Garnisonsstadt wieder. Die unrühmliche Geschichte im 20. Jahrhundert, rund um die nationalsozialistische Vergangenheit soll ein anderes Mal Thema sein. Vielleicht wenn das Foto nicht so traumhaft schön ist.

Foto: Robert Klinger
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Lechz – Lust auf Landsberg

Verwinkelte Gassen und Stiegen. Ein Hexenviertel und eine Teufelsküche. Ein Turm, von dem Jungfern gesprungen sind. Das schönste Stadttor Süddeutschlands und ein imposantes Lechwehr. Als wenn das nicht schon genug wäre, wurde Landsberg einst zur sonnigsten Stadt Deutschlands gekürt.

Oh, wie ist das schön hier! Staunen die unzähligen Tourist:innen. Scho schee hier! Seufzen die Einheimischen zufrieden. Die Kreisstadt Landsberg betört durch eine wundervolle, mittelalterlich geprägte Kulisse mit eindrucksvollen sakralen und profanen Bauten. Die Bau­substanz der seit 1973 unter Ensembleschutz stehenden Altstadt ist in einmaliger Weise erhalten und der Stolz nicht nur der Altstadtbewohner:innen.

Schon früh wurde der strategisch und topografisch günstig gelegene Ort besiedelt. Es gibt Hinweise aus der mittleren Bronzezeit (ab 1700 v. Chr.), der Hallstattzeit (1200 bis 750 v. Chr.) und von den Kelten (ab Mitte des 5 Jahrhunderts). Seit der Römerzeit (1. bis 5. Jahrhundert n. Chr.) verlaufen durch Landsberg wichtige Fern- und Handelsstraßen, brachten Salz und damit Reichtum sowie neue Einflüsse mit sich. Germanische Siedler, Alemannen, Bajuwaren: Der Lech verbindet in Landsberg etwa vom 8. Jahrhundert an bis heute oberbayerische mit schwäbischen Traditionen.
Die Altstadt erreichte im 15. und 16. Jahrhundert ihre endgültige Größe. In dieser Zeit entstanden auch die zahlreichen Tor- und Turmbauten der Stadtmauer, die Stadtpfarrkirche sowie zahlreiche stattliche Bürgerhäuser. Nach Pestwellen und Dreißigjährigem Krieg erholte sich die Stadt erst in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wieder und blühte unter so wirkmächtigen Kunsthandwerkern wie Dominikus Zimmermann und der Bildhauer­familie Luidl auf.

Die Rolle als bayerische Grenzstadt ging im frühen 19. Jahrhundert mit der Neubildung des bayerischen Königreichs verloren. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wuchs Landsbergs Bedeutung als regionaler Verwaltungssitz und als Garnisonsstadt wieder. Die unrühmliche Geschichte im 20. Jahrhundert, rund um die nationalsozialistische Vergangenheit soll ein anderes Mal Thema sein. Vielleicht wenn das Foto nicht so traumhaft schön ist.

Foto: Robert Klinger

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